Freitag, 25.07.2014

Führen die USA uns Europäer vor?

Sind die Sanktionen gegen Rußland wirklich ein probates Mittel um der Ukraine zu helfen? Wichtiger noch, sind die verfolgten Ziele, allen voran der USA, auch die Ziele der EU?

Fakt ist, dass der "Westen" geholfen hat, die ukrainische, in freien Wahlen gewählte, Regierung zu stürzen. Hier haben sich nach Presseberichten besonders die USA mit Geheimdienstunterstützung in den Vordergrund geschoben. Danach wurde, ebenfalls nach Presseberichten, eine nicht gewählte Übergangsregierung derart anerkannt, dass langfristige Verträge abgeschlossen wurden. Auch ein Bürgerkrieg wurde nicht nur tolleriert sondern unterstützt. Dabei war die Übergangsregierung politisch sogar weit recht angesiedelt, was besonders in Deutschland Unmut hätte erzeugen müssen. Forderungen der USA nach Sanktionen gegen Rußland werden, ungeachtet aller amerikanischen Taten, gern von der EU durchgeführt. Da bleibt mir die Frage, ob die Ziele der USA wirklich die Ziele der EU sind. Ist das Verständnis von Demokratie und Einflußnahme in Souveräne Länder wirklich gleich?

Ein weitere Fakt ist, dass die USA kaum wirtschaftliche Beziehungen zu Rußland haben, während alleine in Deutschland ca. 6.000 Firmen in Rußland eine Niederlassung unterhalten. Darum steht z.B. auch der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft steht Sanktionen gegen Russland kritisch gegenüber. Dazu sagte deren Verbandschef Eckhard Cordes:

"Die jüngsten Sanktionsbeschlüsse, auch wenn sie weiterhin auf eine geringe Zahl von Personen und Unternehmen begrenzt bleiben, belasten das allgemeine Investitionsklima zusätzlich. Die Folgen werden über die russische Wirtschaft hinaus auch in der Ukraine und in der EU zu spüren sein." Dabei sieht er bis zu 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland durch die Maßnahmen gefährden. Immerhin ist Russland der elftwichtigste Handelspartner Deutschlands.

Ich höre häufig, dass die EU international ein starkes Gewicht haben möchte. Dazu ist es aber meiner Meinung nach nötig, auch die eigenen Werte zu vermitteln, um ernst genommen zu werden. Nur den USA hinterher zu laufen, wird uns weder Anerkennung in der Welt verschaffen, noch unserer Bevölkerung helfen. Eine Politik der "ruhigen Hand" im Umgang mit Russland scheint mir der bessere Weg zu sein. Denn sowohl die EU, als auch Russland, sind abhängig voneinander und Leben diesbezüglichen in einer Symbiose. Jede Maßnahme, egal von wem, wird beide Seiten negativ treffen.

Autor: Andreas Coppes