Dienstag, 09.10.2012

Die neuerliche hohe Staatsverschuldung in den USA scheint die Finanzmärkte nicht zu interessieren.

Die Neuverschuldung in den USA betrug per 30.09.2012 USD 1.276 Milliarden. Zuvor betrug diese noch USD 1.228 Milliarden und ist damit um weitere USD 48 Milliarden bzw. fast 4 % gestiegen.

Als durchaus "sportlich" ist die seit Ende September 2012 angefallene Neuverschuldung zu sehen. Sie beträgt USD 104,8 Milliarden und stellt damit eine weitere Zunahme innerhalb der ersten Oktobertage von satten 8,2 % dar. 

Mit Erstaunen musste der geneigte Betrachter feststellen, dass diese hohe Neuverschuldung auf den Finanzmärkten kaum Auswirkung hatte. Berücksichtigt man jedoch wie stark marginale europäische Defizitverfehlungen die Finanzmärkte in der Vergangenheit bis ins Mark erschütterten und welche Reformen den europäischen Defizitländern aufoktroyiert wurden, dann stellt man fest, dass diese prekäre Situation in den USA von den Finanzmärkten offensichtlich nicht oder nur am Rande wahrgenommen wird. Man kann den Eindruck gewinnen, das diese dramatische Entwicklung vollständig ausgeblendet wird.

Es bleibt spannend zu erfahren, wie die US-Ratingagenturen auf diese Staatsverschuldung reagieren.

Autor: Marc Philipp Brandl