Freitag, 21.12.2012

Der Volkswirt James Bilson sieht die Talsohle in China noch in diesem Jahr durchschritten. 

Trotz der leichten Abkühlung des Wirtschaftswachstums Chinas im dritten Quartal wird im Schlussquartal eine Belebung des Wirtschaftswachstums erwartet.

Damit dürften die Wachstumszahlen in China Ende des Jahres 2012 über der Prognose (7,5 %) liegen. Die Gründe hierfür liegen nach Meinung von Volkswirt James Bilson darin, dass sich sowohl die Exporte Chinas, die Industrieproduktion als auch die Geldmenge erholten. Darüber hinasu übertrafen die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze die Erwartung für 2012. Auch wichtige Faktoren wie beispielsweise das Verhältnis von Lagerbeständen zu Auftragseingängen sind deutlich besser als erwartet. Der Ökonom hält diese Fakten für die Vorboten einer lang erwarteten Konjunkturwende in China.

Gerade weil die Inflation im September unter 2 % gesunken ist und die Inflationsaussichten damit positiv sind, wird eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet (sinkende Zinsen). Sinkende Zinsen könnten dafür für ein deutliches Anspringen am Wohnungsmarkt sorgen. 

Außerdem glaubt Bilson, dass die jüngsten Entwicklungen in China sich positiv auf Risikoanlagen auswirken. Risikoanlagen, wie z. B. Aktien sollten stark von einem Wachstum des Landes profitieren. Im Ergebnis könnten hiervon beispielsweise auch der DAX, Rohstoffwährungen (wie der australische Dollar), sowie Aktien von Schwellenländern steigen. Die Risiken dieses Wachstum liegen im wesentlichen darin, dass sich die Stimmung verschlechtern könnte und damit die makroökonomischen Daten, wie zum Beispiel die der Eurozone oder USA. Außerdem könnte eine weitere Schwäche am chinesischen Wohnungsmarkt das Wachstum gefährden. Davon ist allerdings nur auszugehen, sofern eine geldpolitische Unterstützung der chinesischen Notenbank ausfallen sollte.

Am langen Ende wird durch ein Wachstum in China vor allen Dingen die Schifffahrt deutlich profitieren.

Autor: Andreas Coppes