Freitag, 22.03.2013

Kalte Enteignung deutscher Sparer!

Deutschland, der ehemals "kranke Mann" Europas, kommt wirtschaftlich besser durch die Eurokrise als die südlichen Länder Europas. Aber gilt das auch für den deutschen Sparer?

"Die Welt" stellt in einer Ausgabe die Zinserträge Deutschlands mit denen von Zypern, Spanien und Italien gegenüber und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis. Selbst wenn die Anleger in Zypern die Zwangsabgabe bezahlt hätten, wäre Ihr Zinsertrag seit 2008 immer noch höher als der deutscher Anleger. Mit der Politik der niedrigen Zinsen enteignet Deutschland seine Bürger, ohne das diese sich dagegen wehren. So wurden aus 10.000 EUR, angelegt 2008, in Deutschland bis zum Jahr 2012 gerade einmal 10.800 EUR. Nach Abzug der Inflation bleiben 10.100 EUR. Im gleichen Zeitraum bekamen die Sparer in Spanien 11.800 EUR und in Italien 11.500 EUR. Zieht man auch hier die Inflation ab, blieben 10.791 EUR bzw. 10.473 EUR. Zypern zahlt über 4% Zinsen, so dass der Sparer hier 13.100 EUR bzw. 11.852 EUR nach Inflation bekam. 

Vielleicht ist das Leben in Südeuropa manchmal doch besser als in Nordeuropa, zumindest als Sparer. Als Anleger sollten Sie diese Entwicklung in Ihrer Anlagestrategie berücksichtigen.

Autor: Andreas Coppes