Samstag, 20.04.2013

Absturz des Goldpreises - größter Verlust im Gold seit 30 Jahren.

Die Abwärtsbewegung des Goldpreises hat letzten Montag eine neue Qualität bekommen.

Innerhalb eines Tages stürzte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) in der Spitze um 3,8 % auf USD 1.355,80 ab und bescherte dem Edelmetall den höchsten Tagesverlust seit über 30 Jahren. Damit ist Gold so "billig" wie zuletzt im Februar 2011. Zu den Gründen für diesen Absturz sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch: "Fundamental gibt es keine Gründe für den Preisverfall". Einige Analysten sprechen von Übertreibung und erwarten, dass vor allem die Zentralbanken der Schwellenländer sich mit Gold zu diesem "niedrigen" Preis eindecken werden. Ganz nebenbei würden die genannten Zentralbanken auch ihre Bilanzposition damit diversifizieren.

Aber nicht nur der Goldpreis stürzte ab, sondern auch der Silberpreis geriet massiv unter Druck. Die Feinunze Silber fiel in der Spitze um 11 %!!! und notierte mit USD 22,97, so tief wie seit Oktober 2010 nicht mehr. Nicht viel anders sah es bei den Edelmetallen Palladium und Platin aus. Auch hier stürzten die Kurse um 6 % bzw. um 4,5 % ab. Genauso traf es das Industriemetall Kupfer und das Erdöl. Kupfer fiel in der Spitze um 4,3 % auf USD 7.085 je Tonne und Öl gab um bis zu 3 % nach. Der Ölpreis stand nach dem Absturz auf USD 100,02 je Barrel Nordseeöl Brent, dem niedrigsten Stand seit Juli 2012. 

Die Gründe für diese Entwicklung sind schwer zu ermitteln. Offensichtlich ist es einer Kleingruppe von Marktteilnehmern aber gelungen, die an den Future-Märkten wahrscheinlich über Machtpotenzial verfügen, den freien Markt zu manipulieren. Vor allem bei den Edelmetallen sind die drei Institute JP Morgan, HSBC und Citibank dominant. Meiner Meinung nach stehen derartige Machtpotenziale in sensiblen Märkten privatwirtschaftlich organisierten Finanzinstitutionen nicht zu. Außerdem überrascht mich, dass die Aufsichtsbehörden und die Politik diese Vorgehensweise an den Edelmetallmärkten offensichtlich stillschweigend tolerieren und das, obwohl die Handelstechniken und Handelspraktiken einen Eingriff der Kontrollorgane dringend notwendig gemacht hätten.

Autor: Andreas Coppes