Dienstag, 23.04.2013

Warum diese Panik, nur weil das chinesische Wachstum etwas schwächer ist als erwartet?

Als vor einigen Wochen das Wachstum in den USA um 0,5 %-Punkte nach oben revidiert wurde, gab es so gut wie keine Reaktionen auf diese positiven Zahlen.

Es schossen weder die Ölpreise, die Kupferpreise und schon gar nicht die Edelmetallpreise nach oben und das, obwohl es sich bei den USA mit 18 % um die größte Volkswirtschaft der Welt handelt. 

Das Wachstum in China, immerhin mit ca. 14 % die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, veröffentlichte ein Wachstum von 7,7 % im Jahresvergleich. Von den Analysten wurden aber 8 % erwartet. Eine geringere Abweichung im Verhältnis zu den USA. Die Reaktion der Märkte war jedoch extrem. Die Enttäuschung über diese minimale Abweichung war offensichtlich so groß, dass das unter anderem zu einer massiven Neubewertung im Rohstoffsektor führte.

Man sollte sich vielleicht auf die wesentlichen Fakten beschränken. Das Land wächst seit fast 30 Jahren mit durchschnittlich 9 % pro Jahr. Jetzt wird ein Wachstum von 7,7 % für das aktuelle Jahr erwartet. Meiner Meinung nach, befinden wir uns bei einer Verfehlung von nur 0,3%-Punkten, in dem Bereich von Rundungsdifferenzen. Ich glaube auch, wie diverse Analysten, dass eine derart starke Reaktion, weder etwas mit ernstzunehmender volkswirtschaftlichen Analyse noch mit Finanzmarktkompetenz zu tun hat, sondern eher mit Manipulationen des Marktes und einer vollkommen überzogenen emotionalen Reaktion.

Autor: Andreas Coppes