Donnerstag, 02.05.2013

Gute Nachrichten aus der Euro-Zone.

Wie bekannt wurde, will der Währungskommissar der Euro-Zone, Olli Rehn, bei der derzeitigen Geschwindigkeit des Sanierungskurses in der Eurozone den Fuß vom Gas nehmen.

Meiner Meinung nach ist diese Entscheidung aus Brüssel eher kontraproduktiv. Klar ist, dass man das wirtschaftliche Wachstum unterstützen muss, die Frage ist jedoch das Wie. Die eingeleiteten Strukturreformen in der Eurozone bremsen natürlicherweise das konjunkturelle Wachstum. Um das Wachstum zu unterstützen, sind aber leider meist Ideen in der Diskussion, die neue Schulden oder weniger Sparen als Ausgang haben. Die Frage, die ich mir stelle ist, wie will ich mit neuen Schulden mein Schuldenproblem lösen? Es gibt zur Stützung des Wachstums auch die Möglichkeit, die Regularien zu vereinfachen und den Firmen mehr Spielraum zu geben. Leider habe ich in dieser Richtung noch keine Vorschläge gehört.

Wie schon in den letzten Wochen absehbar war, verläuft die öffentliche Refinanzierung Spaniens am Kapitalmarkt auch weiter positiv. Bei der letzten Platzierung von zehnjährigen spanischen Staatsanleihen zahlte das Land mit 4,612% die niedrigste Rendite seit drei Jahren. Auch bei Anleihen mit einer Laufzeit bis 2016 und 2018 war die Nachfrage höher als erwartet. Die Platzierung war mit € 200 Million überzeichnet. Statt der geplanten € 4,5 Milliarden wurden € 4,7 Milliarden am Kapitalmarkt platziert.

Auch in Griechenland sind positive Ansätze erkennbar. Das Land zeigt Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung. Diese geht, wie nicht anders zu erwarten war, vom Tourismussektor aus, betrifft aber auch Privatisierungen. 

Nur Italien tanzt etwas aus der Reihe. Die Politik des Landes ist bestenfalls als "interessant" zu bezeichnen. Überraschenderweise funktioniert die Wirtschaft des Landes trotzdem. Selbstverständlich könnte die wirtschaftliche Entwicklung deutlich besser sein, wenn sich beispielsweise die Politik zu einer effizienteren Administration und zu dringend notwendige Arbeitsplatzreformen durchringen könnte. Aber man soll die Hoffnung für die italienische Politik nicht aufgeben.

In der Summe kann man feststellen, dass die positiven Ansätze meiner Meinung nach dafür sorgen werden, dass Europa mittelfristig als Gewinner aus dieser Krise hervorgehen könnte. Denn in Europa wird reformiert - in den USA und Großbritannien nicht.

Autor: Andreas Coppes