Freitag, 03.05.2013

Kommentar zum Artikel aus dem Handelsblatt vom 29.04.2013
HSH Nordbank -  Schnell weg mit den Schiffen - Wegen fauler Kredite in der Bilanz braucht der Marktführer Landeshilfe.

Es ist meines Erachtens schon äußerst interessant, wenn in dem Artikel suggeriert wird, dass die HSH-Nordbank durch die Schieflagen von Schiffen und deren Krediten in die Krise geraten sei. 

Zur Erinnerung: mit Datum vom 23.08.2007 wurde ein Artikel im manager magazin online unter der Überschrift "Auch HSH im Subprime-Markt aktiv - Die HSH Nordbank hat über die Gesellschaften "Poseidon" und "Carrera" 1,8 Milliarden Euro am US-Subprime-Markt investiert"  veröffentlicht. Dennoch sah der damalige Vorstandschef Hans Berger die Landesbank nicht von der US-Hypothekenkrise betroffen. Das Managermagazin bestätigt damit, dass die Landesbank aus Hamburg und Schleswig-Holstein am US-Immobilienmarkt mitgespielt hat. Nach Angabe der Bank habe sich die HSH nicht auf das Rating der Agenturen verlassen. Es seien hohe Mindestanforderungen an die Schuldnerqualität gestellt worden. Das Rating musste mindestens "AA" betragen. Nach Angaben ist die HSH Nordbank mit insgesamt € 4,4 Milliarden über zwei Zweckgesellschaften am Markt für verbriefte Forderungen (ABS) engagiert. Die Namen dieser Vehikel seien "Poseidon" und "Carrera". Kein Wort auch über die Kreditersatzgeschäfte, welche die Bank in schwere Bedrängnis brachte und Untersuchungsausschüsse in Hamburg und Schleswig-Holstein zur Folge hatte. Aber nicht nur die HSH Nordbank hatte sich bezüglich der US-Hypothekenkrise verspekuliert, sondern auch zwei andere Großbanken, die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB als auch die Landesbank SachsenLB. Daraufhin mussten ihnen andere Kreditinstitute mit Milliarden unter die Arme greifen. 

In einem Artikel des Handelsblattes stand am 07.02.2013 online zu lesen, das das Ergebnis war, dass die HSH Nordbank in der Finanzkrise 2008 vom Staat gerettet werden musste und dafür Auflagen von der EU-Kommission aufgebrummt bekommen hat. Nach unbestätigten Angaben, sollen diese Auflagen die Bank verpflichten, € 8 Milliarden ihres Schiffsportfolios abbauen zu müssen.

Sofern diese Information zutrifft, ist es kaum verwunderlich, weshalb die HSH Nordbank im Schifffahrtsbereich derart unter Druck steht. Es ist schwer für den Anleger, der eine in Schieflage geratene Schiffsfinanzierung mit der HSH Nordbank hat, nachzuvollziehen, weshalb die Schifffahrt jetzt für die Fehlspekulation am US-Subprime-Markt gerade stehen soll. Das Anleger dieser Schiffe kein Verständnis für die Situation und die HSH Nordbank haben, ist durchaus nachvollziehbar.

Doch die Geschichte geht weiter. Nach der Rettungsaktion vom Staat (ca. 2008) und den aufgebrummten Auflagen der EU-Kommission verbesserte sich die Lage der Bank etwas. Diese entschied dann € 3 Milliarden an Garantien zurückzugeben, um die dafür fälligen Gebühren zu sparen. Aus heutiger Sicht eine fatale Fehlentscheidung. Aufgrund der hohen Verluste im Schifffahrtsgeschäft, beabsichtigt die Bank Anfang 2013 den Garantienrahmen nun wieder von € 7 Milliarden auf die ursprüngliche Summe von € 10 Milliarden aufzustocken. Ob die HSH Nordbank bei dieser Aufstockung im Rahmen eines neuen EU-Verfahren weitere Auflagen erhält, ist mir nicht bekannt. Experten meinen aber, dass die Bank zusätzliche Belastung kaum verkraften könnte, da sie sich in einen Restrukturierungsprozess befinde, welcher bereits jetzt große Herausforderung bietet. Das damals auch die Ratingagentur Moody's mit dem Gedanken einer Herabstufung der Bank spielte ist nachvollziehbar.

Autor: Andreas Coppes - Quellen: Handelsblatt vom 29.04.2013; Managermagazin Online vom 23.08.2007; Handelsblattes vom 07.02.2013 online