Dienstag, 07.05.2013

Die Deutschen in Kauflaune.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte in ihrer monatlichen Verbraucherumfrage mitteilte, dass die Deutschen in einer Kauflaune wie seit Jahren nicht mehr sind.

Damit fiel die Sparneigung im April 2013 auf einen historischen Tiefstand. Hierzu sagte der GfK-Experte, Rolf Bürkl,: "Die Zwangsabgabe in Zypern hat somit auch die bundesdeutschen Sparer in ihrem Vertrauen in die Sicherheit ihrer Einlagen erschüttert". Bekanntlich wurden dort Bankkunden mit einem Guthaben ab € 100.000 mit einer Zwangsabgabe belegt. Mit dieser Maßnahme will man die Staatspleite von Zypern vermeiden. Meiner Meinung nach, kommt das einer Enteignung der Bankkunden gleich. Gemessen an dieser Signalwirkung kann man nur froh sein, dass die Verbraucher der restlichen Euro-Mitgliedstaaten so besonnen reagiert haben.

Unter Berücksichtigung dieser Fakten ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass bei den Deutschen die Bereitschaft steigt, größere Anschaffungen zu tätigen. Als Folge stieg das Konsumklimabarometer im Mai von 6,0 auf 6,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2007. Herr Bürkl vom GfK sagte weiter: "Die Verunsicherung gegenüber den Finanzmärkten stimuliert die Konsumenten, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen zu investieren, anstatt sie zur Bank zu tragen. Zumal die zur Zeit historisch niedrigen Zinsen nicht einmal die Inflation kompensieren."

Für die Politik ist es sicherlich ratsam, sich in Zukunft vorher Gedanken zu machen, wie die Maßnahmen bei den Bürgern anderer Eurostaaten ankommen. Das Bankkunden von einer "Enteignung", wie im Falle Zypern, nicht begeistert sind, sollte selbst die Politik erkennen können.

Autor: Andreas Coppes