Montag, 27.05.2013

Endlich - Hamburger Schiffsmakler bündeln ihre Charteraktivitäten

Die Hamburger Schiffsmakler machen jetzt genau das, was die Reedereien und Schiffsmakler aus Haren an der Ems seit mindestens drei Jahren nicht geschafft haben.

Sie überwinden offensichtlich ihr Misstrauen gegeneinander und kooperieren miteinander. Wie kürzlich bekannt wurde, gründen die bekannten Hamburger Unternehmen Döhle, Stüwe und Russ zum 1. August 2013 ein gemeinsames Unternehmen mit dem Namen "Ernst Russ Shipbroker GmbH & Co. KG". Dabei werden alle Partner in dem neuen Unternehmen gleichberechtigt sein. Der Gründung des neuen Unternehmens aus Hamburg, das nach eigenen Angaben, ein weltweit führendes Schiffsmaklerunternehmen für die Befrachtung von Container-, Mehrzweck- und Drybulk-Tonnage sein wird, benötigt allerdings noch die Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde. In die Ernst Russ Shipbroker GmbH & Co. KG werden die Partner dem neuen Unternehmen folgendes Know-how (Geschäftstätigkeiten) zur Verfügung stellen:

1. 50 langjährige Mitarbeiter der jeweiligen Partner, Döhle, Stüwe und Russ.
2. die Firma Stüwe & Co stellt ihre weltweiten Befrachtungsaktivitäten von Containerschiffen bis 3.000 TEU zur Verfügung, das Know-how in der Dry-Cargo-Befrachtung sowie dem An- & Verkauf von Schiffen. 
3. die Firma Döhle wird seine weltweiten Befrachtungsaktivitäten für Containertonnage bis zu 1.400 TEU einbringen.
4. die Firma Ernst Russ stellt sein Netz für Befrachtungsaktivitäten für Schwergut-/Zwischendeck-/Mehrzweck-Tonnage, Dry Cargo/Bulk Chartering bis Capesize, Car-/RoRo-/Reefer-Befrachtung zur Verfügung und bringt die Befrachtung aller in Ernst-Russ-Besitz befindlichen Comtainer-, und RoRo-Schiffe ein.

Man kann viel darüber diskutieren, wem dieses neue Unternehmen am meisten nützt. Tatsache bleibt, dass es endlich gelang, eine Kooperation von großen Marktteilnehmern zu erzielen. Diese könnte dafür sorgen, dass durch den Konzentrationsprozess die Frachtraten wieder steigen werden. Die Anleger und der Gesamtmarkt werden es ihnen danken. Schade ist nur, dass die Reedereien aus Haren an der Ems diese Idee der Kooperation schon seit über drei Jahren verfolgen und bis heute kein zählbares Ergebnis für sich verbuchen können. Da müssen erst die Hamburger kommen!

Autor: Andreas Coppes