Freitag, 31.05.2013

Der BDI fordert eine besser koordinierte Investitionspolitik der Euro-Staaten!

Der Präsidenten des BDI, Markus Kerber, fordert eine Neuausrichtung der Investitionspolitik, um die Wirtschaft zu stärken.

Er sagte: "Für schmerzhafte Strukturreformen bräuchte es privates Investitionskapital, das positive Effekte für Wachstum und Arbeitsmarkt auslöst". Übersetzt heißt das, er möchte die Krisenpolitik innerhalb der Euro-Staaten neu auszurichten, denn strukturelle Reformen führen im ersten Schritt zu konjunkturellen Schwierigkeiten. Deshalb sieht er jetzt die Zeit gekommen, die strukturellen Reformen in den Hintergrund zu stellen und konjunkturelle Reformen in den Vordergrund zu bringen. Als Ergebnis und mit einer koordinierten Investitionspolitik soll die Eurozone wieder auf den Pfad zu einem gesunden wirtschaftlichen Wachstum zurückkehren.

Um dies zu bewerkstelligen erwartet Kerber, dass sich "mehr Leute" (vielleicht meint er die Politik) mehr Gedanken machen sollten, wie und wo zukünftig Innovation, damit Produktion und infolgedessen Arbeitsplätze entstehen könnten. Die Probleme liegen bei der Wettbewerbsfähigkeit einiger EU-Staaten, die deshalb auch mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben. Genau hier ist es notwendig, die Strukturreform in eine Konjunkturreform, also Konjunkturprogramme umzubauen. Das Wort "Wachstum" wird in den nächsten Jahren der Dreh- und Angelpunkt für Europa sein.

Ich bin nicht sicher, ob dieses der richtige Weg ist. Die Entwicklung in Deutschland mit der Agende 2010 hat gezeigt, dass eine Strukturreform eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit nach sich zieht. Dazu muss diese aber konsequent umgesetzt werden. Wenn jetzt Investitionsprogramme gestartet werden, sehe ich die Gefahr, dass die Strukturen zurückgedreht werden und damit die Anstrengungen der letzten JAhre vergebens wahren. Wenn meine Stückkosten zu hoch sind, hilft mir eine Subvention nur kurzzeitig, die Ware günstiger anzubieten. Wenn ich die Struktur ändere und die stückkosten senke, bin ich längerfristig wettbewerbsfähig und brauche zusätzlich keine weiteren Schulden, z.B. auf Staatsebene aufzunehmen.

Autor: Andreas Coppes