Montag, 03.06.2013

Neben einem engen Verhältnis zu Russland, wird jetzt auch das deutsche Verhältnis zu China enger.

Die Gespräche der Bundeskanzlerin und dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang, haben sich meiner Meinung nach deutlich besser entwickelt, als vorher zu erwarten war.

Der Ministerpräsident sagte den deutschen Unternehmen eine engere Zusammenarbeit in der Fertigungsindustrie zu. Außerdem soll es eine "bevorzugte Öffnung" der Märkte für die Bereiche Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Logistik sowie dem medizinischen Sektor geben. Dazu sagte Li: "China ist gewillt, diesen Raum bevorzugt Deutschland zu öffnen". Interessant ist, dass der chinesische Ministerpräsident bei seinem Antrittsbesuch nur ein EU-Land besuchte, nämlich  Deutschland. Der ausgebildete Ökonom weiß natürlich, dass Deutschland mittlerweile ein Drittel des EU-Handels abwickelt. Genau das dürfte der Grund dafür sein, dass Peking eine Vertiefung der Beziehungen sucht. Außerdem dürften die Chinesen nicht vergessen haben, dass sich sowohl Angela Merkel als auch der Wirtschaftsminister Philipp Rösler deutlich gegen EU-Strafzölle auf chinesische Solarpanele positioniert haben.

Der Besuch könnte die chinesischen Direktinvestitionen in Deutschland, die mit nur € 1,2 Milliarden als minimal zu bezeichnen sind, deutlich verstärken. In diesem Zusammenhang wird China eine Handelskammer und eine Investitionsagentur in Deutschland eröffnen. Derzeit investieren deutsche Firmen ihrerseits im Land der Mitte € 35 Milliarden. Zusätzlich ist ein bilaterales Investitionsschutzabkommen geplant.

Sicherlich ist es nicht schlecht, zu dem größten Absatzmarkt der Welt (neben Indien) sehr gute Kontakte zu unterhalten. Das würde die Strategie, die Gerhard Schröder mit seinen exzellenten Beziehungen zum größten Rohstoffmarkt der Welt, Russland, begonnen hat, weiter auszubauen. Eine derartige Vernetzung, mit guten Zugriffen zu einem der größten Rohstoffmärkte und dem größten Absatzmarkt der Welt, kann Deutschland nur nützen.

Autor: Andreas Coppes