Montag, 01.07.2013

Chinas Zentralbank erhöht ihren Druck auf den aufgeblasenen Kreditmarkt - die Börsen reagieren.

Es ist schon beeindruckend, mit welcher Entschlossenheit die chinesische Zentralbank das Kreditwachstum im Land bremst.

Zu diesem Zweck hat sie im Interbankengeschäft (also im Handel zwischen den Banken) die Zinsen auf Rekordhöhen getrieben. Damit soll offensichtlich dieser Handel teurer und damit erschwert werden. Diese aus meiner Sicht strukturell richtige Maßnahme, hat leider auf der psychologischen Seite Panik aufkommen lassen, was man an der Reaktion der chinesischen Börse sehen konnte. Da machten Gerüchte über drohende Pleiten von kleinen Banken mit hohen Schulden die Runde und das Zinsniveau für kurzfristige Liquiditätskredite stieg auf ein Niveau an, dass an die Zeiten vor der Lehman-Pleite 2008 erinnerte. Die chinesische Notenbank blieb aber standhaft und beugte sich nicht dem Druck des Interbanken-Marktes, diesen mit mehr Liquidität zu versorgen. 

Dazu meinte die australische Bank Westpac, dass der Liquiditätsengpass der chinesischen Zentralbank als regulative Maßnahme politisch gewollt sei. Die Geschäftsbanken sollen offensichtlich gezwungen werden, ihre Schuldenlast selbst zu reduzieren; das meinen zumindest chinesische Händler. Der Sinn dieser Maßnahme soll es sein, den in China aufgeblasenen Kreditmarkt zum Abschmelzen zu bringen.

Ich denke, dass diese Maßnahme der chinesischen Notenbank sicherlich strukturell äußerst positiv zu bewerten ist jedoch psychologisch, wie auch die großen Kursverluste an Chinas Börse zeigten, den Markt belastet.

Autor: Andreas Coppes