Freitag, 06.09.2013

Stabilisierung der HSH Nordbank - zu Lasten seiner Kunden?

Die Meldung, dass die Landesbank von Schleswig-Holstein und Hamburg, die HSH Nordbank, in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 einen Gewinn von € 90 Millionen erzielte, mutet schon etwas obskur an.

Vor allen Dingen für die Anleger, die durch die Vollstreckung der Bank gegen ihre Schiffe ihr komplettes Eigenkapital verloren haben. Die Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Bank, Constantin von Oesterreich, dass die Bank gut vorangekommen sei, wird bei diversen Schifffahrtanlegern im besten Fall Unverständnis auslösen. Sicherlich hat die so genannte Kernbank eine erfreuliche Geschäftsentwicklung gehabt, auf der anderen Seite "beschwert" man sich aber über die Schifffahrtskrise, die die Bank auch weiterhin sehr belastet. Der Finanzvorstand der Bank, Stefan Ermisch, sagte: "Wir haben genau ein Problem, und das sind Schiffe“. Bei derartigen Aussagen bekommt man das Gefühl, als sei die Bank seinerzeit gezwungen worden, in Schiffe zu investieren. Eher das Gegenteil sollte der Fall gewesen sein. Man wird nicht weltgrößter Schiffsfinanzierer, weil einem ein derartiges Kreditrisiko aufgedrängt wird. Trotzdem bleibt die Aussage von Stefan Ermisch sachlich korrekt. Die Bank soll laut des täglichen Hafenbericht (THB) eine Bilanzsumme von € 121 Milliarden haben, wovon € 27 Milliarden an Schiffskrediten vergeben wurden. Um die Landesbanken von Schleswig-Holstein und Hamburg weiterhin zu stützen, wurden erst in diesem Jahr die Garantien der beiden Länder von € 7 Milliarden auf € 10 Milliarden aufgestockt. Offensichtlich war es nur so möglich, die künftigen Vorgaben für die Kapitalausstattung von Banken nach Basel III zu erfüllen. "Das können nur wenige Institute in Deutschland schon so früh von sich behaupten“. Klar, kein Wunder, wenn man den Staat als Garantiegeber hinter sich hat. 

Autor: Andreas Coppes