Dienstag, 12.11.2013

Leitzinssenkung - Inflations- oder Deflationsgefahr? 

Dass die EZB den Leitzins überraschend auf 0,25 % senkte und eine weitere Zinssenkung nicht ausschließt, ist für keinen Leser neu.

Die Worte, die Draghi zu einer eventuellen weiteren Zinssenkung sagte, überraschten mich: "Wir haben die Null-Linie noch nicht erreicht. Wir könnten vom Prinzip her noch weiter gehen. Uns steht nach wie vor unser volles Instrumentarium zur Verfügung." Irgendwie sind in den Worten keine wirklich neuen Inhalte zu entdecken. Ähnlich ist es mit der Information, dass in der Eurozone noch keine Gefahr einer Deflationsspirale bestehe. Dass damit eine längere Phase einer niedrigen Inflation einhergeht, versteht sich von selbst. Die Frage bleibt nur, wie realistisch sind diese Aussagen, bei der hohen Staatsverschuldung innerhalb der Eurozone und einer schon jetzt anspringenden Wirtschaft, die sich im Jahr 2014, meiner Meinung nach, noch dynamisch fortsetzen wird. Das Fluten der Märkte mit Geld, wird dann bei steigender Wirtschaftsleistung, auch einen Anstieg der Inflation zur Folge haben. 

Damit zeichnet sich für mich eine Geldpolitik ab, wie wir Sie in der Vergangenheit in den Südländern erlebt haben und die Sparer benachteiligt. Daran ändern meiner Meinung nach auch nichts die Erklärungen von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure. Für Anleger werden damit die Möglichkeiten einer gewinnbringenden Geldanlage weiter eingeschränkt.

Autor: Andreas Coppes