Freitag, 15.11.2013

Commerzbank will trotz gutem Quartalsergebnis weiter Schiffskredite abbauen.

Im dritten Quartal verdiente die Commerzbank € 77 Millionen und liegt damit € 10 Millionen über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Man sieht sich offensichtlich mit diesem überraschend guten dritten Quartal auf Kurs, da sich die Stabilität der Bank weiter erhöht hat. Dazu sagte der Konzernchef Martin Blessing: „Unsere Wachstumsinitiativen beginnen zu greifen: Daher können wir in einem typischerweise saisonal schwächeren dritten Quartal unsere Erträge stabil halten." Mit diesem Quartalsergebnis verdiente die Commerzbank mehr als die Deutsche Bank, die einen Gewinn von "nur" € 41 Millionen zu verzeichnen hatte. Trotzdem sank der operative Gewinn um mehr als die Hälfte auf Euro 103 Millionen gegenüber dem Vorjahr ab. Als Ursache wurden hierfür faule Kredite und Altlasten, wie Schiffsfinanzierungen genannt, die auch weiterhin die Bilanz belasten. Der Abbau dieser Altlasten wird allerdings weiterlaufen. Im Bereich der Schiffsfinanzierung hat der zweitgrößte Schiffsfinanzierer der Welt noch rund € 16 Milliarden Darlehen vergeben.

Meiner Kenntnis nach ist die Commerzbank bei Schiffsfinanzierung häufig der Konsortialpartner, der für eine Vollstreckung gegen Anlegerschiffe sorgt. Für mich ist diese Vorgehensweise nur begrenzt nachvollziehbar, da die Bank als zweitgrößter Schiffsfinanzierer der Welt, vor dieser Krise von der Schifffahrt überzeugt war. Warum sonst hätte man Darlehen in zweistelliger Milliardenhöhe an Schifffahrtsgesellschaften vergeben. Es erstaunt mich schon, wie wenig die Bank zu ihren Kunden steht, denn das Wachstum in der Schifffahrt wurde nicht nur von den Reedereien und vom Eigenkapital, sondern insbesondere auch von den Banken mit Krediten unterstützt. Für einen Kapitalanleger ist die Meinungsänderung der Bank kaum nachvollziehbar.

Autor: Andreas Coppes