Montag, 18.11.2013

Deutsche Energiepolitik könnte Arbeitsplätze in Deutschland gefährden.

Hohe Energiekosten für die Industrie könnten zur Folge haben, dass die Unternehmen Deutschland den Rücken kehren und rund 1 Million Arbeitskräfte freisetzen.

Erst kürzlich positionierte sich der Chef des Chemieriesen BASF klar und drohte mit einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, sofern die Industrie keine angemessene Befreiung von der Ökostromumlage erhalte. Deutlicher reagierte das Unternehmen Clariant und kappte konsequent die Investitionen in deutsche Produktionsstätten. Als Begründung wurden zu hohe Energiekosten in Deutschland genannt. Zu diesem Thema sagte BASF-Chef Kurt Bock: "Wenn die Politik uns über Gebühr belastet, dann besteht die Gefahr, dass Produktion langfristig verlagert wird". In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass der weltgrößte Chemiekonzern, BASF, seinen Strom selber produziert und daher von der Ökostromumlage befreit ist. Sofern diese Befreiung entfallen sollte, würden auf das Unternehmen Mehrkosten alleine am Stammsitz in Ludwigshafen von € 400 Million zukommen. Dazu Bock: "Bei solchen Größenordnungen kann man sich vorstellen, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit am Standort gefährdet." Er führte weiter aus, dass eine Verlagerung in die Vereinigten Staaten von Amerika interessant sei, da der Strom dort nur halb so teuer und Gas etwa zwei Drittel weniger kostet als in Deutschland. Selbst wenn das Unternehmen Deutschland nicht verlassen sollte, ist es wahrscheinlich, dass bei steigenden Energiepreisen das Unternehmen die USA für weitere Investitionen bevorzugen dürfte. Ähnlich sieht es der Schweizer Chemiekonzern Clariant, der bereits angekündigt hat, deshalb nicht mehr in Deutschland investieren zu wollen. Dazu sagte Clariant-Chef Hariolf Kottmann: "Wir hatten zwei, drei Projekte in Deutschland favorisiert. Wir investieren nun lieber in den USA."

Wie ich meine sind die Statements beider Chemiegiganten ein klares Signal an Deutschland, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Großkonzerne international wettbewerbsfähig bleiben können und nicht indirekt gezwungen werden, Deutschland zu verlassen. Derartige Fehler wurden von anderen europäischen Staaten in der Vergangenheit schon begangen. 

Autor: Andreas Coppes