Samstag, 28.12.2013

Die Bankenunion - grundsätzlich ein guter Schritt in die richtige Richtung?

Bekanntlich haben die Euro-Finanzminister sich auf eine Bankenunion geeinigt. Damit wird es zukünftig klare Abwicklungsmodalitäten von maroden Banken geben.

Grundlage dieser Abwicklung soll dem Entwurf zufolge ein Fonds sein, in dem innerhalb der nächsten zehn Jahre die Banken rund € 55 Milliarden einzahlen sollen. Damit soll die Schließung/Abwicklung von maroden Banken finanziert werden. Dieser Abwicklungsmechanismus soll aber erst 2015 Inkrafttreten. Damit bleibt offen, was in der Zwischenzeit mit maroden Geldinstituten passieren soll. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Für die Akzeptanz des Euro auf den Finanzmärkten ist die Bankenunion sehr wichtig." 

Nach meinem Verständnis sollen bei einer Abwicklung von maroden Banken zuerst die Eigentümer der Banken zur Kasse gebeten werden, im weiteren Verlauf aber auch die vermögenden Kunden und erst zuletzt der Steuerzahler. Es mutet schon etwas merkwürdig an, wenn man als Kunde einer Bank für dessen "Irrtümer" haften soll. Das wäre ja so, als wenn man durch den Kauf eines Autos bei Mercedes für die Fehlentscheidung des Unternehmens mit zur Kasse gebeten wird. Die Logik für eine solche Haftung erschließt sich mir nicht. Es sieht so aus, dass der europäische Gerichtshof am langen Ende zu diesem Thema das letzte Wort haben dürfte, wenn die ersten Klagen von vermögenden Kunden eingehen.

Darüber hinaus wird es für mich spannend sein zu sehen, ob das bisherige Einlagesystemen deutscher Banken zur Rettung europäischer Banken genutzt wird. Ob das Kapital, das heute die Einlagen deutscher Sparer sichern soll zukünftig anderen Europäern hilft und ob im Sanierungsfall zusätzliche Kosten auf den deutschen Sparer zuzukommen.

Autor: Andreas Coppes