Dienstag, 28.01.2014

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) führt neue Methoden zur Messung von Schadstoffen ein!

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) führt neue Methoden zur Messung von Schadstoffen ein - Ziel ist es, die ab 01.01.2015 geltenden Grenzwerte in den Schwefelemissionskontrollgebieten (SECA) überprüfen zu können.

Derzeit werden nach Angaben der International Maritime Organization (IMO) weltweit weniger als 3 % der CO2-Emissionen durch den Schifffahrtssektor erzeugt. Trotzdem ist es sinnvoll, zukünftig umweltverträglichere Schiffe zu bauen, die vor allem weniger Schwefelemissionen in die Luft abgeben. Bekanntlich gelten ab dem 01.01.2015 in den Schwefelemissionskontrollgebieten (SECA), zu denen die Nord- und Ostsee sowie Seegebiete in Nordamerika gehören, neue Emissionsgrenzwerte. Die Einhaltung dieser Grenzwerte gilt es zu kontrollieren. Deshalb will das BSH das Jahr 2014 dafür nutzen, Methoden zu entwickeln, um den Ausstoß von Schwefelemissionen in der Schifffahrt kontrollieren zu können. Zu diesem Thema sagte die BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz: „Regeln allein genügen nicht. Es wird auch kontrolliert, ob sie befolgt werden - eine Aufgabe, die das BSH in vielfältiger Weise unterstützt". Erste Tests im Elbetransit ergaben, dass nur ein geringer Teil der Schiffe, stark schwefelhaltigen Kraftstoff verbrennt. Klar ist, dass der Schifffahrtssektor, der dramatisch von der derzeitigen Krise betroffen ist, vor ganz neuen Herausforderungen steht. Die neuen Grenzwerte von 0,1 Prozent Schwefelgehalt in Schiffskraftstoffen, machen eine teure Umrüstung bestehender Schiffe notwendig. Alternativ können aber auch andere, teurere Brennstoffe, eingesetzt werden. Die Zukunft wird aber allgemein in der Verwendung von verflüssigtem Erdgas (LNG) als Kraftstoff für neue Schiffe gesehen. 

So schwierig die Einführung der neuen Grenzwerte sich auch für die Schifffahrt darstellt, so bietet diese aber auch neue Chancen und das nicht nur für Neubauschiffe. Es wäre möglich, dass durch die neuen Grenzwerte, große Containerschiffe nicht mehr in Nord- und Ostsee fahren werden. Denn wozu sollte ein aus Asien kommendes Schiff, nur für den letzten Teil der Strecke in der Ostsee, extra einen zweiten Treibstoff mit sich führen. Das könnte zur Folge haben, dass weniger Großcontainerschiffe die Ostsee befahren werden und damit das Ladungsvolumen für Containerfeederschiffe deutlich zunehmen wird.

Autor: Andreas Coppes