Dienstag, 11.03.2014

Anleger im Notstand - sind geschlossene Fonds passé?

In der deutschen Presse scheint man dieser Meinung zu sein. Die Berichterstattung ist gering und in den meisten Fällen negativ, empfohlen werden meist Anlageklassen, die entweder bereits gut gelaufen sind, doch Anlagen steigen in der Regel in Wellenformen, also mit Rückschlägen. Alternativ werden häufig Anlagen beschrieben, welche nach Abzug der Inflation definitiv Vermögen vernichten - ohne Chance auf eine Besserung.

Es wird sich gern über den deutschen Anleger lustig gemacht, dass er nicht richtig investiert, zu zaghaft ist oder schlecht ausgebildet ist. Das "stupid German Money" macht gern die Runde. Eine Chance für Medien, Banken und Vermittler, hier Abhilfe zu schaffen! Leider wird Sie nicht immer genutzt. Auch in den Schulen könnte die nächste Generation an Investoren besser, oftmals sogar überhaupt einmal, mit dem Thema Investments, Wirtschaft und den Möglichkeiten der Kapitalmehrung am Kapitalmarkt ausgebildet werden.

Klar ist, dass nur die Wirtschaft Werte schafft, die letztendlich als Grundlage unseres Geldes dienen. Wird z.B. durch die Zentralbank mehr Geld geschaffen als an Warenwert, entsteht Inflation. Ebenso ist klar, dass gute Unternehmen Kriege, Staatspleiten und Währungsreformen überstehen und damit Vermögen erhalten.

Wer also in die Wirtschaft investiert, hat zumindes die Chance, sein Kapital zu erhalten oder zu mehren. Die gängigsten Möglichkeiten sind hier die Aktie oder eine direkte Beteiligung wie eine KG, meist als geschlossener Fonds. Wird in Presseberichten dieser Tage über die Vermögensmehrung geschrieben, wird immer dargestellt, dass der Vermögenszuwachs aus Kapitalerträgen meist aus Aktieninvestitionen erfolgte.Wie gesagt, geschlosse Fonds werden hier gern ignoriert, die negatives Beispiele in den Vordergrund gerückt.

Daher finde ich es positiv, dass einer repräsentativen Studiedes Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin und der Commerz Real aus dem vierten Quartal 2013 nach 43 Prozent aller Befragten die Anlageklasse unternehmerische Beteiligungen für interessant halten. 47 Prozent der Potenzialkunden mit einem Anlagevermögen von mehr als 100.000 Euro könnten sich vorstellen, in unternehmerische Beteiligungen zu investieren. Bei Anlegern, die bereits engagiert sind, ist dieser Wert sogar fast doppelt so hoch. Es bleibt zu hoffen, dass die Chancen auch genutzt werden, denn aktuell sind ca. 50 % des Privatvermögens der Deutschen als Bargeld oder Einlage zu 0,25% vor Steuer und Inflation angelegt. 

Autor: Andreas Coppes