Mittwoch, 07.05.2014

Zeit für ein ABER!

Gestern schrieb ich an dieser Stelle, dass Portugal und Spanien am Kapitalmarkt erste Anleihen wieder platzieren können. Damit sind diese Länder zwar auf dem richtigen Weg, aber es gibt einige Punkte, die ich für Investitionsentscheidungen für wichtig halte.

Bei aller Euphorie der Südländer über deren Fortschritte darf nicht vergessen werden, wer die Schulden dieser Länder aktuell aufkauft und vor allem, warum. Die Käufer sind in der Regel nationale Banken, die das ihnen zur Verfügung gestellte Geld der EZB statt in die Wirtschaft lieber in Staatspapiere investieren. Aus kaufmännischer Sicht der Banken nachvollziehbar, weil Staatsschulden von Euroländern als risikolos gelten. Diese Papiere können die Banken sogar bei der Zentralbank hinterlegen, um neues Kapital von der EZB zu erhalten. Damit finanziert aktuell die EZB die Saatsschulden der Südländer. De Facto haben wir also eine Schuldenunion, in der die Nordländer ins Risiko für die Südländer gehen. Nicht vergessen, Deutschlnad zahl den grössten Anteil an den Aussgaben der EZB. Wenn Länder ausfäallen, weil diese insolvent sind, erhöht sich der Anteil Deutschlands.

Damit ist der Euro per se in der Haftung für die Schulden der Südländer. Sollten die Schulden immer größer werden, weil die Staaten einen Weg gefunden haben, die Geschenke an ihre Bevölkerung aus der Gemeinschaftskasse  der EU zu finanzieren, wird das System am Ende zusammenbrechen. Wer dann in Geldmittel investiert hat statt in Sachwerte, dürfte noch stärker zu den Verlierern gehören als bisher. Immobilienbesitzern droht ein ähnliches Schicksal, beispielhaft sei hier das aktuell diskutierte Lastenausgleichsgesetz genannt und an den Artilkel "Staat schröpft Immobilienbesitzer" verwiesen.

Warum sagte ich, dass die Länder auf dem richtigen Weg sind? Weil sie sich daran gewöhnen müssen, wieder am Kapitalmarkt zu agieren und es ihnen so möglich ist zu erkennen, ob auch private Investoren Vertrauen in die Länder haben. Auch wenn es in Deutschland aktuell eher unpopulär ist, die Märkte sind der beste Gradmesser für eine vernünftige Politik. Nur wenn die Politik die Märkte zu sehr beschneidet, können Sie ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen. Hoffen wir, dass die Südländer um die Risiken wissen und die Chancen aus der aktuellen Situation nutzen. Dann wären auch die Rettungspakete nicht völlig umsonst gewesen.

Autor: Andreas Coppes