Freitag, 06.06.2014

Strafzins nur für die Banken?

Die EZB hat die Zinsen weiter gesenkt und damit für die Banken einen Strafzins erlassen. Die Entscheidung war einstimmig und gut für ... wen eigendlich?

Ziel dieser Maßnahme ist eine bessere Kreditversorgung der Realen Wirtschaft, das von der EZB geschöpfte Geld soll also den Unternehmen zugute kommen. Das ist gut und richtig, aber warum geben die Banken keine Kredite.

Basel 3 verlangt mehr Eigenkapital, also horten die Banken Geld und können nur begrenzt Kredite vergeben, egal wie viel Geld die EZB schöpft. Die Deutsche Bank erhöht gerade das Eigenkapital vor dem Hintergrung der "Stresstests" der EZB umd die Ziele zu erreichen, nicht um neue Kredite zu vergeben.

Auch sollen die Banken keine neuen Risiken einkaufen, die Firmen müssen also kreditwürdig sein, sonst steigt der Zins. Ein wesentlicher Punkt in der Diskussion am Anfang der Krise war die laxe Vergabe von Krediten und die politische Mahnung an die Banken, sich wieder mehr auf die Risiken der Kreditvergabe zu konzentrieren. Ist diese Vorgabe wieder passé? Werden jetzt wFirmen mit Kredit versorgt, die nicht wettbewerbsfähig sind und wer zahlt die Kosten?

Auf der anderen Seite scheint der Sparer nicht so sehr im Fokus zu stehen. Währen in den südlichen Ländern eher weniger einfach nur zinsmäßig gespart wird, warscheinliche eine Folge der historisch bereits höheren Inflation, wird im Norden eher gespart. Dieses Kapital und damit die private Altersvorsorge, immer wieder angemahnt und notwendig, geraten damit in Gefahr. Für wen soll also die EZB jetzt die richtigen Entscheidungen treffen? Für Aktionäre war die Entscheidung erst einmal positiv, das Kapital muss irgendwo hin, ob auch die Risiken gestiegen sind, bleibt abzuwarten.

Wie auch immer Sie die Entscheidung der EZB beurteilen, denken sie über Ihr eigenes Vermögen und Ihre Altersvorsorge nach, bei Fragen stehe ich gern zur Verfügung. 

Autor: Andreas Coppes